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Diese Liegenschaft hat durch ihre besondere Lage und städtebauliche Situation keinen gewöhnlichen Umgang verdient bzw. zugelassen: Eine Baulinie trennt den Bestand in zwei Teile. So kamen wir rasch zu dem Punkt, von einigen Standards Abstand nehmen zu müssen, um ein nur mittelmäßiges Resultat zu verhindern. Wir finden, dass Wien Mittelmäßigkeit nicht verdient und leider bereits zuviel davon abbekommt.

Der ehemalige „Schaumburgergrund“ war Anfang des 18. Jahrhunderts, zusammen mit dem Palais vis à vis, ein prachtvoller Lustgarten des Grafen Starhemberg. Dieses Thema wird im vorliegenden Entwurf mehrfach aufgenommen: Der Lustgarten von einst, der eine Materialisierung von Sehnsüchten darstellte (Verbindung des Menschen mit einer kontrollierbaren Natur und Geometrie als Ideal und Kunstform), wird in Erinnerung gerufen. Die Sehnsucht und Freude an der Eroberung neuer Räume und Blickbeziehungen, und das jenseits konditionierter Maßstäblichkeiten im Sinne einer ausgewogenen Gesamtkomposition, spiegeln sich darin wider.

Typologie: Wohnen
Ort: Wien
Jahr: 2020
Fotos/Rendering: zoomVP